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Häufige Fragen

FaQ: Häufige Fragen an den Steuerberater


Muss eine Einkommensteuer-Erklärung abgegeben werden?

Welche Fristen sind bei der Abgabe der Einkommensteuer-Erklärung zu beachten?
Welche Unterlagen benötigt der Steuerberater?
Wann kommt es zu Steuererstattungen, wann zu Steuernachzahlungen?




Muss eine Einkommensteuer-Erklärung abgegeben werden?

Bei Angestellten wird die zu zahlende Einkommensteuer als Lohnsteuer jeden Monat direkt vom Lohn abgezogen und vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt. Die Lohnsteuer wird so berechnet, dass die üblichen Pauschalen und Freibeträge wie Werbungskosten, Sparerfreibetrag, Pauschalen bei Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen bereits einkalkuliert sind. D.h. wenn die Pauschalen nicht überschritten werden, ist weder eine Nachzahlung noch eine Erstattung zu erwarten. Die Steuer ist damit bereits entrichtet, und der Angestellte grundsätzlich nicht mehr zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

In vielen Fällen ist ein Angestellter allerdings trotzdem zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet wie bspw.:

  • Nebeneinkünfte über 410 € im Jahr
  • Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld)
  • ausländische Einkünfte (z.B. ausländische Zinsen/Dividenden)
  • mehrere Arbeitgeber
  • ein Freibetrag wurde auf der Lohnsteuerkarte eingetragen
  • Einkünfte aus Steuerklasse V oder VI erhalten
  • besondere Veranlagung im Jahr der Eheschließung
  • weitere Sonderfälle

Auch wenn keine Verpflichtung zur Abgabe besteht, ist es in zahlreichen Fällen ratsam, eine Steuererklärung abzugeben. Darunter fallen bspw:

  • Werbungskosten über 1.000 €
  • nicht das ganze Jahr angestellt
  • Heirat
  • Geburt eines Kindes
  • Verluste sind entstanden
  • Spenden und andere Sonderausgaben
  • außergewöhnliche Belastungen (hohe selbst getragene Krankheitskosten, Scheidungskosten, etc.)
  • Handwerkerleistungen in Anspruch genommen




Welche Fristen sind bei der Abgabe der Einkommensteuer-Erklärung zu beachten?

Die Einkommensteuer-Erklärung ist im Grundsatz bis zum 31. Mai des Folgejahres abzugeben. Eine Fristverlängerung kann formlos beim zuständigen Finanzbeamten beantragt werden. Wurde die Frist versäumt, fordert das Finanzamt in der Regel die Erklärung mit einer neuen Fristsetzung an. Das Finanzamt kann einen Verspätungszuschlag festlegen und auch die Steuer auf Basis einer Schätzung festsetzen. Wenn die Erklärung durch einen Steuerberater erstellt wird, wird generell eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember des Folgejahres gewährt.



Welche Unterlagen benötigt der Steuerberater?

Üblicherweise werden folgende Unterlagen und Nachweise benötigt:

  • Einkommensteuer-Erklärung des Vorjahrs
  • Einkommensteuer-Bescheide der letzten drei Jahre - insbesondere bei Kirchensteuerpflicht
  • Versicherungsbelege (Kranken,- Pflege-, Kapitallebens-, Risikolebens-, Berufsunfähigkeits-, Unfall-, Privathaftpflicht-, Kfz-Haftpflicht-Versicherungen)
  • Riesterbescheinigungen
  • Spendenbescheinigungen
  • Krankheitskosten, soweit ungewöhnlich hoch und selbst getragen
  • Rechnungen über Haushaltsnahe Dienstleistungen / Handwerkerrechnungen (soweit nicht bar bezahlt, sondern überwiesen)
  • Behinderten-Ausweis
  • Rentenbezugsmitteilungen
  • Bescheinigung über Arbeitslosengeld
  • Ehescheidungskosten

Kinder
  • Nachweise über Kinderbetreuungskosten
  • Kinder ab 18 Jahren: Ausbildungsbescheinigungen

Angestellte
  • Lohnsteuerbescheinigungen
  • Nachweise über Werbungskosten (soweit selbst getragen: Computer, Fachliteratur, Fortbildungskosten, Umzugskosten, Bewerbungskosten, Reisekosten, Telefonkosten, Steuerberaterkosten, Beiträge zu Berufsverbänden, doppelte Haushaltsführung, Arbeitszimmer etc.)

Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit
  • Nachweise über Einnahmen und Ausgaben

Vermietung und Verpachtung
  • Mieteinnahmen, Umlagen, Ausgaben



Wann kommt es zu Steuererstattungen, wann zu Nachzahlungen?

Bei Angestellten wird die zu zahlende Einkommensteuer als Lohnsteuer jeden Monat direkt vom Lohn abgezogen und vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt. Die Lohnsteuer wird so berechnet, dass die üblichen Pauschalen und Freibeträge wie Werbungskosten, Sparerfreibetrag, Pauschalen bei Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen bereits einkalkuliert sind. D.h. wenn die Pauschalen nicht überschritten werden, ist weder eine Nachzahlung noch eine Erstattung zu erwarten.

Werden die Pauschalen überschritten, kommt es zu Steuererstattungen, da mehr Lohnsteuer während des Jahres abgeführt wurde, als tatsächlich an Einkommensteuer zu zahlen ist. Ändern sich während des Jahres die Lebensverhältnisse (z.B. Wechsel des Arbeitgebers), kann die Steuererstattung sehr schnell erheblich anders ausfallen als in den Vorjahren.

Wurden Freibeträge auf der Lohnsteuer eingetragen, kann es ggf. zu einer Steuernachzahlung kommen. Durch Freibeträge wird weniger Lohnsteuer während des Jahres abgeführt. Wenn die Gründe für die Freibeträge nicht in entsprechender Höhe eingetreten sind, dann ist die tatsächlich zu zahlende Einkommensteuer höher als die während des Jahres abgeführte Lohnsteuer. Der Differenzbetrag ist nachzuzahlen.